KONRAD BAYER, oder: die welt bin ich und das ist meine sache.

Experimentelles Dichter-Porträt über Konrad Bayers Freitod, 52 Min.16 mm. sw.

Darsteller: Michel Würthle, Armin Ackermann, Erwin Weis, Brita Hutter, Ernst Strasser, Otto Reihs, Helga Neuberg, Ortwin Kirchmayer, Padhi Frieberger u.a.

 

     

© Ferry Radax

 

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STORY: Konrad Bayers Freitod hat Gewissensbisse bei manchem seiner Freunde hinterlassen. Auf Bayers letztem Wohnsitz, Schloss Hagenberg, haust ein exzentrischer Heros in Löwengestalt, der ‚Lion de Belfort‘, eine literarische Figur Bayers. Der ‚Lion‘ schickt seinen Kutscher ‚Krukol‘ aus, um Bayers Leiche noch vor ‚AK‘ in seine höllische Unterwelt entführen zu können. ‚AK‘ ist nämlich als Agent eines ‚Apollo-Departements‘ beauftragt, Bayers Seele vor den Schergen des ‚Lion‘ zu retten, gerät dabei aber selber in dessen Folterkammer.

Auf einem vereisten Schlitten liegend, wird sein ‚Peinliches Verhör‘ via Fernsehen in den ‚Beicht-Salon‘ eines abtrünnigen Priesters übertragen. Die dort zum Verhör internierten Freunde Bayers, darunter seine letzte Geliebte, sollen damit zum Reden gebracht werden. Allmählich kommt bei Tagesanbruch die Wahrheit über Bayers Leben, Werk und Tod ans Licht.

Nach turbulenten Verfolgungsjagden durch Wien, zerfällt die finstere Herrschaft des Tyrannen ‚Lion de Belfort‘. Er wird durch das ‚Apollo-Departement‘ entthront und von seinem Kutscher ‚Krukol‘ in ein noch dunkleres Exil vertrieben.

 

Idee, Drehbuch, Regie, Co-Kamera, Musik-Collage & Gestaltung.

Kamera: Peter Kodera, Assi. Peter Margreiter u.a.

Redaktion: Christhart Burgmann, WDR Köln

Produzent: Günter Herbertz für IFAGE-FILM, Wiesbaden.

 

ADOLF GRIMME FERNSEHPREIS FÜR DAS BESTE EXPERIMENT 1970

& FÖRDERUNGSPREIS DER BERLINER AKADEMIE 1972.

 

 

ARCHITEKTUR & UMWELTSCHUTZ

Doku - Reihe in 6 Folgen à 30 Min. 16 mm. sw.

 

INHALT: In meterhohen Baugerüsten sitzen zwei Experten, 

die einander über Für und Wider der Themen ein 

dialektisches Rededuell liefern.

Co-Drehbuch, Regie & Gestaltung.

Redaktion: Wibke v. Bonin, WDR KÖLN

Produzent: Günter Herbertz für IFAGE-FILM, Wiesbaden.

 

 

DER KOPF DES VITUS BERING

Experimentelle Doc - Fiction, 26 Min. 16 mm. sw.

Drehort: Polarschiff auf der Nordsee, Juni 70,

Selbstdarsteller: Jürgen Becker als Moderator eines ‚Piratensenders‘

 

 

© Ferry Radax

 

STORY: Auf Hoher See berichtet der Texter und Moderator eines ‚Piratensenders‘ über den Seefahrer & Abenteurer Vitus Bering, Entdecker der nach ihm benannten ‚Bering Straße‘. Anhand von experimentellen Texten von Konrad Bayer, entschlüsselt er die Hintergründe dieser frühen Forschungsreise, ja erweitert sie mit Bayers lexikalischen Angaben über ‚Epilepsie‘ bis ‚Kannibalismus‘. Angetörnt von poppiger Musik, Kaffee & Zigarren, verwandelt der Moderator sich selbst in Bayers Figuren, bis zum Skelett eines Gorillas. Am Schluss flüchtet er in unsinkbarem Rettungsboot.

 

Idee, Drehbuch, (nach Texten von Konrad Bayer und Jürgen Becker).

Regie, Musik-Collage & Gestaltung.

Kamera: Michael Wingens & Assi.

Redaktion: Christhart Burgmann, WDR.

Produktion: Günter Herbertz für IFAGE, Wiesbaden.

Version mit englischen Untertiteln im Besitz des BMA,Wien.

 

 

 

THOMAS BERNHARD - 3 TAGE

Experimentelles Dichter-Porträt des damals noch wenig bekannten Schriftstellers.

52 Min. 16 mm. sw., sowie erstmals auch eine Halbzoll - MAZ vom NDR-Studio.

Drehort: Privatgarten eines Bankiers in Hamburg - Ohlsdorf.

Selbstdarsteller: Thomas Bernhard.

 

© IFAGE-Film

 

INHALT: Weiße Bank, großer Baum, glatte Wiese: In diesem selbst gewählten kargen Ambiente, hängen Fragen sozusagen in der Luft. Nach Stichworten aus dem ‚Dreh-Lexikon‘, berichtet der ‚Interviewte‘ aus seinem Leben als „einer der schreibt“. Die biographisch-literarische Reise durch den Sommertag verdüstert sich mit jedem neuen Kapitel dieser freiwilligen Selbstauskunft. Je näher die Kamera an Bernhards Beine, Hände und Gesicht heranrückt, desto dichter, intimer und verzweifelter tönen die druckreif gesprochenen Sätze.

Gegen Ende umgibt Nacht das letzte, visionär ‚umnachtete‘ Geständnis.    

 

Idee, Drehbuch, Regie Video-Kamera, Montage (mit Yvonne Kölsch).

Redaktion: Christhart Burgmann.

Produzent: Günter Herbertz, für IFAGE, Wiesbaden.

Version mit englischen Untertiteln im Besitz des BMAA

 

 

 

WIENER PHANTASTISCHE REALISTEN

5 Künstler-Porträts in zwei Folgen à 45 Min. 16 mm. Farbe.

Selbstdarsteller: Die Maler Brauer, Fuchs, Hausner, Hutter und Lehmden.

 

© Ferry Radax

 

Weitere Bilder

 

INHALT: Ein Fernseh-Reporter sucht die berühmten Künstler in Wien, aber die sind ausgeflogen. Lehmden auf sein Schloss ‚Deutschkreuz‘ im Burgenland, Hutter nach Venedig, Hausner nach Hamburg, Fuchs und Brauer sogar bis nach Israel.

Hausner wird jedoch im Schlafwagen von Hamburg nach Wien überrascht und entwirft seine kühl-intellektuelle Analyse der Gegenwartskunst.

Lehmden wandelt durch die Landschaft, philosophiert über Malerei und Architektur, und graviert seine Inspirationen in gleißende Kupferplatten.

Hutter lässt  seine Bilder für sich sprechen und erklärt eindringlich seinen Studenten die technischen Geheimnisse der Phantastischen Malerei.

Brauer zu finden ist nicht ungefährlich im kriegerischen Israel, dennoch arbeitet er begeistert an seinem Haus, rennt und reitet durchs Gestrüpp und taucht bis auf den Meeresgrund nach neuen Inspiration.

Fuchs erwischt der Reporter noch zu guter Letzt und hält fest, wie er am großen Akt aus Bronze werkt, der heute vor seiner Villa steht, die Otto Wagner erbaut hat.

 

Drehbuch, Regie, Kamera, Montage & Gestaltung.

Redaktion: Wibke von Bonin, WDR  Köln.

Produzent: Günter Herbertz für IFAGE, Wiesbaden.

 

 

 

BILDÄUSSERUNGEN PSYCHISCH KRANKER (1. Folge)

Serientitel: ‚Mitteilungen aus der Isolation‘.

Experimentelle Dokumentation in zwei Folgen à 45 Min.16 mm. Farbe.

Drehort: N.Ö. Landeskrankenhaus in Klosterneuburg - Gugging, bei Wien.

 

INHALT: 1971 war das Thema für den ORF zu tabu, so dass Radax vom WDR Köln den Filmauftrag einholen musste. Damals noch belächelte Künstler, wie Johann Hauser, der scheue O.T. u.a., malen ihre Visionen vor der Kamera, ermuntert von ihrem Arzt und Mentor, Prof. Dr. Leo Navratil. Mit großer Einfühlung konnte bei einigen der ‚Maler aus Gugging‘ das Entstehen von Kunstwerken verfolgt werden, die heutigen Sammlern Millionen wert sind.  

 

Drehbuch, Regie, Kamera, Montage & Gestaltung.

Assistenz: Cornelia Frey u.a.

Redaktion: Wibke von Bonin, WDR Köln.

Produzent: Günter Herbertz für IFAGE Wiesbaden.

 

 

 

SPRACHÄUSSERUNGEN PSYCHISCH KRANKER (2. Folge)

Experimenteller Dokumentarfilm in zwei Folgen á 45 Min. 16 mm. Farbe.

Drehort: N.Ö. Landeskrankenhaus in Klosterneuburg - Gugging.

 

INHALT: Einige ‚Schizophrene Künstler‘ sind auch originelle Dichter-Schriftsteller, wie Alexander Herbrich und August Walla, mit seinem Künstlernamen ‚Apkrypt Hovcefsu‘. Einerseits sind sie scheuer als ihre malenden Kollegen, andererseits inspirierten sie den Filmemacher zu surrealen Szenen, die anderen Experimentalfilmen an Originalität weit voraus sind.

Drehbuch, Kamera, Regie, Montage & Gestaltung.

Redaktion: Wibke von Bonin, WDR Köln.

Produzent: Günter Herbertz für  IFAGE, Wiesbaden

 

 

DER ITALIENER

Experimental-Spielfilm, 75 Min. 16 mm. Farbe.

Drehort: Schloss Wolfsegg, O.Ö. und Umgebung.

Darsteller: Fabrizio Iovine, Kurt Jaggberg, Rosemarie Fendl, Karin Braun,

Jörg Hube, Ferry Graf Saint Julien u.v.a.

 

 

© IFAGE-Film

 

STORY: Der Schlossherr wurde erschossen aufgefunden.

Die Frage, Mord, oder Selbstmord, verwirrt und ängstigt Familie und Gesinde.

Nur die Schwester des Toten organisiert mit kalter Ruhe die prunkvolle Aufbahrung im Glashaus. Der Italiener, ein reich und verwöhnt wirkender junger Mann, hört in seiner Suite stundenlang Béla Bártok-Platten. Das Schloss ist voll hungriger Trauergäste, die auf ihr Frühstück warten. Ein bresthafter Spanischer Gast experimentiert mit Feuerwaffen. Hat vielleicht er den tödlichen Schuss abgegeben ?

Die Polizei wird aber lieber nicht verständigt. Die Affäre bleibt Privatsache.

Dieser düsteren Atmosphäre entflieht der Sohn des Hauses mit seinem italienischen Gast. Sie streunen durch den Wald, während hunderte Trauergäste hinter der Musik einer Bergknappen-Kapelle zur Aufbahrung marschieren. Der von philosophischen Dialogen begleitete Spaziergang endet auf einer Wiese, über einem Massengrab polnischer Soldaten, die bei Kriegsende erschossen wurden; natürlich im Glashaus !

War das die Ursache für den Tod des Vaters ?

Die kryptische Antwort des Italieners:„Ein Schuss in den Kopf ist eine Möglichkeit.“, lässt die Schwester des Toten betroffen zurückweichen.

 

Drehbuch (mit Gérard Vandenberg, nach einer Vorlage von Thomas Bernhard).

Regie, Musikmontage (nach Béla Bártok) & Gestaltung (mit Rüdiger Laske)

Kamera: Gérard Vandenberg-Team. Redaktion: Hartwig Schmidt, Martin Wiebel, Produzent: Günter Herbertz, für IFAGE, Wiesbaden.

Version mit italienischen Untertiteln im Besitz des BMA, Wien.

 

3 ADOLF GRIMME SPEZIALPREISE: REGIE, KAMERA & DREHBUCH

FÜR DAS BESTE FERNSEH - EXPERIMENT 1972

 

 

BERG BERG

Experimental-Thriller, 58 Min. 16 mm. sw. & Farbe.

Drehort: ‚Waldviertel‘, um Schönbach, NÖ Herbst 1972.

Darsteller: Karin Braun (Kammerspiele München), Uwe Tillmanns, u.a.

 

 

© Ferry Radax

 

STORY: Eine junge Frau erhält in ihrem Bauernhaus immer wieder Ansichtskarten mit dem Abbild eines Felsens, der aussieht, wie ein riesiges weibliches Becken. Der Absender berichtet darauf in Fortsetzungen vom mystischen Leben eines Helden ‚Thorstein‘, in Island. Diese Mitteilungen in Spiegelschrift kann die Frau nur schwer entziffern - aber plötzlich bimmelt schon wieder die Hausglocke !

Aus Angst vor der nächsten Botschaft flieht die Frau aus ihrem grauen Alltag in eine farbige Welt voll Abenteuer auf der Suche nach diesem großen ‚Berg‘. Die Ansichtskarten werden ihre Wegweiser durch eine unheimliche Landschaft. Mit dem Geländewagen überquert und durchbricht sie immer schwierigere Hindernisse.

Schließlich bleibt sie im Hochmoor stecken.

Heimlich beobachtet von einem Wesen in Pelz, folgt sie neugierig einem Blinklicht, das ihr letztlich doch jenen riesigen ‚Berg‘ markiert. Aus dessen Spalte läuft plötzlich ein Junge mit einer (neuen ?) Ansichtskarte davon.

Vom Kampfgeheul einer Bienenkönigin gelähmt, lauert die Frau nächtelang, bis der ‚Berg‘ sein Geheimnis vielleicht doch preisgibt ?

Zwischentitel: Noch 1000 Jahre, noch 100, noch 1 Nacht, noch 1 Minute –

In letzter Sekunde stürzt sie wild schreiend zur Felsspalte, dringt in den ‚Berg‘ ein. Durch eine unsichtbare Wand beobachtet sie verstört ein bärtiges Wesen in Pelz, das mit beiden Händen eine Botschaft in Spiegelschrift aufzeichnet, als ‚Thorstein‘ signiert und sie dabei höhnisch anlächelt.

Wutentbrannt zerschlägt die sie trennende Scheibe –

der Spiegel in ihrem Haus zersplittert in Schwarzweiß –

die Glocke bimmelt, der Junge erscheint und reicht derselben Frau den Schlüssel zum Haus, das sie staunend betritt, als wäre sie vor Jahren einmal hier gewesen...

Schon am nächsten Morgen reißt die Glocke sie wieder aus dem Schlaf !

 

Idee, Drehbuch (nach dem Text ‚Thorstein‘ aus ’26 Namen‘, von Konrad Bayer).

Regie, Kamera, Montage, Musik-Collage & Gestaltung

Redaktion: Christhart Burgmann, WDR Köln.

Produktion: Ursula Ludwig, Literarisches Colloquium Berlin, LCB & WDR.